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Verteilung von Wasser und Methan auf dem Mars
wirft neue Fragen auf.
20. September 2004
Die jüngsten Daten der ESA-Sonde Mars Express haben gezeigt, daß
sich die Vorkommen von Wasserdampf und Methan in der Marsatmosphäre
deutlich überlappen. Dieser Befund aus Daten des Planetaren Fourier-Spektrometers
(PFS) stellt für das Verständnis der geologischen und atmosphärischen
Vorgänge auf dem Mars einen großen Schritt nach vorn dar und
ist auch für die Frage nach eventuell vorhandenen Formen von Leben
auf dem Roten Planeten von großer Bedeutung.
Untersuchungen mit dem PFS haben ergeben, daß Wasserdampf in der
Mars-Atmosphäre in einer Höhe von 10-15 km recht gleichmäßig
verteilt ist. Näher an der Oberfläche hingegen konzentriert
sich der Wasserdampf bevorzugt in drei breiten Regionen um den Äquator:
Arabia Terra, Elysium Planum und Arcadia-Memnonia, wo die Wasserdampfkonzentration
zwei- bis dreimal so hoch ist wie in anderen beobachteten Gebieten. Diese
Regionen mit hoher Wasserdampfkonzentration decken sich auch mit der von
der NASA-Sonde Odyssey in geringer Tiefe unter der Oberfläche aufgespürten
Eisschicht, wie der PFS-Hauptexperimentator, Dr. Vittorio Formisano, berichtete.
Neuere, detaillierte Auswertungen der PFS-Daten haben
bestätigt, daß auch Methan in der Atmosphäre nicht gleichmäßig
verteilt, sondern an einigen Stellen konzentriert vorkommt. Das PFS-Team
stellte fest, daß sich die Gebiete mit den höchsten Methan-Konzentrationen
mit den Regionen überschneiden, in denen auch verstärkt Wasserdampf
und Eislagerstätten vorkommen. Diese Überlappung von Wasserdampf
und Methan ist möglicherweise auf eine gemeinsame, in den Bodenschichten
des Mars liegende Quelle zurückzuführen.
Erste Erklärungsversuche befassen sich mit den Eislagerstätten,
die wie Grundwasser gewissermaßen einen „Grundeisspiegel“
bilden würden, wobei die geothermische Wärme aus dem Planeteninneren
Wasser und andere Stoffe in Richtung Oberfläche befördert. Aufgrund
der sehr niedrigen Oberflächentemperaturen, die etwa 50 °C unter
Null betragen, würde das Wasser gefrieren, noch bevor es an die Oberfläche
gelangt. Weitere Untersuchungen werden notwendig sein, um den Zusammenhang
zwischen dem Grundeisspiegel und dem Vorkommen bzw. der Verteilung von
Wasserdampf und Methan in der Atmosphäre in vollem Umfang zu verstehen.
Mit anderen Worten: Können die geothermischen Vorgänge, die
diesen Grundeisspiegel entstehen lassen, auch Wasserdampf und andere Gase
wie Methan an die Oberfläche steigen lassen? Könnte es unter
dem Eis auch flüssiges Wasser geben? Könnten in diesem Wasser
unter der Eisschicht eventuell Formen primitiven Lebens existieren, die
Methan und andere Gase produzieren, die anschließend Richtung Oberfläche
und in die Atmosphäre aufsteigen?
Das PFS-Instrument hat in der Marsatmosphäre auch
Spuren anderer Gase entdeckt. Ein Bericht hierüber wird derzeit von
Fachwissenschaftlern ausgewertet. Weitere Studien sollen herausfinden,
ob diese Gase mit Wasser und Methan in Verbindung gebracht werden können,
und so noch ungelöste Fragen beantworten. Künftige Mars-Missionen
könnten uns durch Untersuchungen vor Ort mit Hilfe von Landegeräten
ein genaueres Bild des rätselhaften Roten Planeten geben.
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Quelle:
European
Space Agency
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