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| Mosaik einer Gegend mit Kanälen und
Bergrücken auf Titan (Bild: ESA/NASA/JPL/University of Arizona) |
Dr. Tomaskos Schlußfolgerungen werden zusätzlich
von den Daten des Gaschromatograph-Massenspektrometers (GCMS) und des
wissenschaftlichen Oberflächenmoduls (SSP) bestätigt. Die Huygens-Daten
liefern eindeutige Hinweise darauf, daß auf dem Titan Materie in
flüssiger Form vorhanden ist, wobei es sich hierbei allerdings nicht
etwa um Wasser wie auf der Erde handelt, sondern um Methan, eine einfache
organische Verbindung, die auch bei den auf dem Titan herrschenden Temperaturen
von unter –170 °C in flüssiger oder gasförmiger Form
vorkommt.
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| Mögliche "Inseln" in
einer dunklen Ebene (Bild: ESA/NASA/JPL/ University of Arizona) |
Die vom SSP während der Abbrems- und Aufprallphase gesammelten Daten lassen erkennen, daß die unter der Oberfläche liegenden Schichten eine sandartige Konsistenz haben, was möglicherweise auf den seit Jahrmillionen herabfallenden Methanregen oder aus dem Boden dringende Flüssigkeiten zurückzuführen ist.
Von Huygens ausgehende Wärme hat die Temperatur des Bodens unter der Sonde erhöht, worauf das GCMS wie auch das SSP Methangasausbrüche registriert haben, eine Bestätigung der vorherrschenden Rolle von Methan in der Geologie und der atmosphärischen Meteorologie des Titan: Durch das Gas bilden sich Wolken und Niederschlag, der die Oberfläche erodiert und abträgt.
Außerdem zeigen die DISR-Bilder von der Oberfläche
kleine runde Kieselsteine in einem ausgetrockneten Flußbett. Spektralmessungen
(Farben) deuten eher auf eine Zusammensetzung aus schmutzigem Wassereis
als aus Silikatgestein hin. Bei den auf Titan herrschenden Temperaturen
sind diese jedoch steinhart.
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| Zwei neue Charakteristika Titans - Wassereis
und Methanquellen (Bild: ESA/NASA/JPL/ University of Arizona) |
Die verblüffende Entdeckung von Argon 40 in der Atmosphäre deutet darauf hin, daß es auf Titan zu Vulkanausbrüchen gekommen ist, bei denen allerdings keine Lava, wie auf der Erde, sondern Wassereis und Ammoniak ausgestoßen wurden.
Auf Titan finden also viele auf der Erde bekannte geophysikalische
Prozesse statt, jedoch mit einer völlig anderen Chemie. Statt flüssigem
Wasser gibt es auf Titan flüssiges Methan, statt Silikatgestein Wassereis
und statt Schmutz Kohlenwasserstoffpartikelablagerungen aus der Atmosphäre,
und die Vulkane des Titan speien keine Lava, sondern sehr kaltes Eis.
Mit anderen Worten: Titan ist eine außergewöhnliche Welt, in
der uns wohlbekannte geophysikalische Prozesse mit exotischen chemischen
Verbindungen unter völlig anderen Bedingungen ablaufen.
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| Der Landeplatz auf Titan von Cassini
aus gesehen (Bild: ESA/NASA/JPL/University of Arizona) |
Die Mission Cassini/Huygens ist ein Gemeinschaftsvorhaben
der NASA, der ESA und der ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL), eine
Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena, leitet die
Mission im Auftrag des NASA-Büros für Weltraumwissenschaft in
Washington. Der Cassini-Orbiter wurde vom JPL entworfen, entwickelt und
gebaut, während die ESA für den Bau und Betrieb der Huygens-Sonde
verantwortlich war.
Quelle:
European Space Agency
Weitere Information:
ESA/Cassini-Huygens
Mission
NASA/Cassini-Huygens
Mission
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