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Nur noch acht Planeten in unserem Sonnensystem

28. August 2006

Auf der Tagung der International Astronomical Union (IAU) in Prag wurde nun offiziell beschlossen, das unser Sonnensystem fortan nur noch 8 Planeten hat. Pluto wurde der Planetenstatus aberkannt und wird nur noch als Zwergplanet geführt.

Künstlerische Darstellung des Sonnensystems. Die klassischen Planeten und die Plutons, deren Klasse in den nächsten Jahren weiter anwachsen wird, da es laufend zu neuen Entdeckungen kommt.
(Bild: The International Astronomical Union/Martin Kornmesser)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem eine Kommission zu Beginn der Tagung noch vorgeschlagen hatte die Anzahl der Planeten in unserem Sonnensystem auf 12 zu erhöhen, stimmten die 2500 Astronomen auf der Fachtagung in Prag diesen Vorschlag nicht zu und strichen Pluto sogar von der Planetenliste, da nun endlich eine Definition des Begriffs „Planet“ gefunden wurde, die eine Inflation von neuen Planeten verhindert. Nach Aussage von Mike Brown hätte es mit der zunächst vorgeschlagenen Planeten-Definition nicht weniger als 53 Planeten in unserem Sonnensystem gegeben, nun wurde der ursprüngliche Vorschlag aber um einen entscheidenden Punkt erweitert und so gibt es offiziell nur noch 8 Planeten im Sonnensystem.

Nach der neue Definition ist ein Objekt ein Planet, wenn es um einen Stern kreist und selbst kein Stern (oder Brauner Zwerg) ist und genügend Masse besitzt um eine sphärische Form zu besitzen. Außerdem muss es die kosmische Nachbarschaft dominieren bzw. freigeräumt haben, d.h. es dürfen sich keine ähnlich großen Objekte in direkter Nachbarschaft befinden.

Damit geht ein Streit zu Ende der seit gut 70 Jahren tobt, denn als der amerikanische Astronom Clyde Tombaugh den Pluto entdeckte, glaubten zunächst alle Astronomen den Ursprung der Bahnanomalie des Planeten Neptun gefunden zu haben, aufgrund dessen ein weiterer Planet jenseits des Planeten Neptun schon lange zuvor vermutet wurde. Als man aber mit immer besseren technischen Möglichkeiten die Größe und Masse des Pluto überprüfen konnte, stellte man fest, das dieser zu klein ist um eine Gravitationsanomalie in der Umlaufbahn des Planeten Neptun zu verursachen, weshalb der Streit begann, ob Pluto wirklich zu den Planeten gezählt werden sollte. Und wie in der Wissenschaft üblich spielten nationale Interessen in der Debatte eine große Rolle, weshalb man in den USA eine andere Meinung vertrat als in Europa.

Ferner wurde auf der Tagung beschlossen, dass zwei neue Kategorien der Zwergplaneten eingeführt werden sollen, zu der einen Kategorie gehört dann auch Pluto, sowie Ceres und Xena. Welche Objekte die zweite Kategorie bilden sollen, wurde noch nicht beschlossen, da sich momentan 12 Objekte auf der so genannten „watchlist“ befinden und nicht ausgeschlossen ist, das noch viele weitere entdeckt werden können.

Objekte auf der Watchlist. (Bild: The International Astronomical Union/Martin Kornmesser)

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Der Direktor des Instituts für Planetenforschung am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Tilman Spohn sagte auf der Internetseite des DLR: "Aber im Grunde ist die Definition von Planeten der IAU weitesgehend gut nachzuvollziehen – und daher ist es auch schlüssig, den seit seiner Entdeckung 1930 lieb gewonnenen Pluto mit seinem Mond Charon nicht länger zu den eigentlichen Planeten zu zählen, sondern ihm und seinen Verwandten eine eigene Klasse zuzuordnen."

Ferner sagte er: "Durch die immer ausgefeiltere Beobachtungstechnik werden schon in naher Zukunft sicher noch eine ganze Menge weiterer Körper jenseits des Neptun entdeckt werden, die aber eigentlich zu einer ganz anderen Klasse von Körpern des Sonnensystems gehören – und die ja nun mit den 'Zwergplaneten' auch ihre Einordnung bekommen haben."

 
 

Quelle:
International Astronomical Union

Nachrichten rund um den Pluto:
28.08.2006 Nur noch acht Planeten in unserem Sonnensystem
01.11.2005 Hubble Teleskop entdeckt zwei mögliche Plutomonde

   

 

Informationen über die Planeten und Monde:
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