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| Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum), MOC (Malin Space Science Systems) |
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| Aufnahme vom 25 Juli 1976 (Bild: NASA/JPL) |
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| Bild: FU Berlin/MOLA |
Im Juli 1976 überflog die US-Raumsonde „Viking 1“ eine Region namens Cydonia auf dem Mars. Danach funkte sie sensationelle Bilder zur Erde: Sie zeigten das später berühmt gewordene „Marsgesicht“. Gleich daneben fanden sich Felsformationen, die wie Pyramiden aussahen. Rasch kamen Verschwörungstheoretiker und Hobbyforscher zu dem Schluss, es könne sich nur um Relikte einer uralten, längst ausgestorbenen Zivilisation auf dem Mars handeln. Aber wie so oft sahen und hörten viele Menschen nur das was sie hören wollten und der Mythos von künstlichen Gebilden auf dem Mars war geboren, zumal einige Buchautoren auch in der Nähe des Marsgesicht Marspyramiden erkennen wollten und dies in Zusammenhang mit der Sphinx und den Pyramiden von Gizeh stellten.
Seriöse Planetenforscher erklärten aber bald, dass es sich bei dem Gesicht um eine normale Felsformation handele, der nur durch die Sonnenbeleuchtung zum Zeitpunkt der Aufnahme wie ein menschliches Antlitz mit Mund, Nase und Augen erschien, keineswegs aber sei der Block ein künstlerisch gestalteter Artefakt.
Diese Sichtweise wurde später durch Bilder der US-Sonde „Mars Global Surveyor“ aus den Jahren 1998 und 2001 bestätigt. Sie entlarvten das Gesicht klar als optische Täuschung.
Die ESA versuchte schon mehrfach die Cydonia Region mit ihren hoch auflösenden Augen an Bord der europäischen Sonde Mars Express abzulichten, doch atmosphärische Störungen und Sandstürme verhinderten dies. Am 22. Juli diesen Jahres war es dann aber so weit, die High Resolution Stereo Camera (HRSC) fotografierte die Cydonia Region in einer bisher unerreichten Detailgenauigkeit.
Cydonia liegt in der Region „Arabia Terra“ zwischen den südlichen Hochländern und den nördlichen Ebenen des Roten Planeten. Diese Übergangszone ist charakterisiert durch weite, mit Geröll gefüllte Täler und einzelstehende Hügel von unterschiedlicher Größe. Einer davon ist das „Gesicht“, das sich nun als ein stark verwitterter kleiner Tafelberg von etwa drei Kilometer Länge und 1,5 Kilometer Breite darstellt. Die 3D-Aufnahmen lassen nun präzise die geologische Struktur der Formation erkennen. Ihre westliche Wand ist durch die Erosion als zusammenhängende Masse abgerutscht, auf einem der Bilder ist die große, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Abrisskante deutlich sichtbar. Schutt von Erdrutschen finden sich auch am Fuß der vermeintlichen Pyramiden. Sie sind in Wahrheit ebenfalls kleine Hügel. Der Eindruck symmetrischer und damit künstlicher Gebilde entstand wiederum durch das Zusammenspiel von Sonnenlicht und Schatten.

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Überblick über die Cydonia-Region mit Marsgesicht und "Pyramiden". |
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| Detailaufnahmen - Bild links: SA/DLR/FU Berlin (G. Neukum), MOC Malin Space Science Systems, Bild rechts: NASA/JPL | |
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