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Blick von einem imaginären Punkt oberhalb
des angrenzenden Hochlands über die mittleren Valles Marineris
von Süden nach Norden. Zu sehen sind die drei parallel verlaufenden
Zentraltäler Melas Chasma, Candor Chasma und Ophir Chasma.
Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Zu sehen sind die drei parallel verlaufenden
Zentraltäler Melas Chasma, Candor Chasma und Ophir Chasma.
Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Topographische Karte und der Ausschnitt
vom oberem Bild.
Bild: NASA/JPL/USGS
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Melas Chasma, Candor Chasma und Ophir Chasma:
Der zentrale Teil der Valles Marineris
Die vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebene,
hochauflösende Stereokamera HRSC an Bord der ESA-Raumsonde
Mars Express machte während der Orbits 334 und 360 Aufnahmen
des zentralen Teils des 4000 Kilometer langen Canyons Valles Marineris
auf dem Mars. Die Bildauflösung beträgt zwischen 21
und 30 Meter pro Bildpunkt. Die Abbildungen entstammen einem Mosaik
der während der beiden Orbits aufgenommenen Bildsequenzen
und zeigen einen etwa 600 Kilometer hohen und 300 Kilometer breiten
Ausschnitt zwischen drei und 13 Grad südlicher Breite bzw.
284 und 289 Grad östlicher Länge.
An dieser Stelle haben die in Ost-West-Richtung verlaufenden Täler
der Valles Marineris, die nach ihrer Entdeckung auf den ersten
Satellitenbildern der Marssonde Mariner 9 im Jahr 1971 benannt
wurden, ihre größte Nord-Süd-Ausdehnung. Die perspektivische
Ansicht (Bild links oben) zeigt den Blick von einem imaginären
Punkt oberhalb des angrenzenden Hochlands über die mittleren
Valles Marineris von Süden nach Norden. Dabei sind die drei
parallel verlaufenden Zentraltäler Melas Chasma (lat., die
"dunkle Talenge"), Candor Chasma (lat., die "blasse
Talenge") und Ophir Chasma (in der Bibel das Land, in das
König Salomon eine Schiffsexpedition entsandte - vermutlich
Indien) zu sehen. Jedes dieser Täler ist etwa 200 Kilometer
breit und zwischen fünf und sieben Kilometer tief.
Wie diese riesige geologische Struktur entstanden ist, kann immer
noch nicht mit Gewissheit gesagt werden. Möglicherweise führten
Spannungen in der Marskruste zu einem Aufreißen des Hochlands
und einem Absinken der Gesteinsschollen zwischen den Bruchlinien.
Dieses Auseinanderbrechen könnte sich ereignet haben, als
vor Milliarden von Jahren unter der sich nach Westen erstreckenden
Tharsis-Region vulkanische Aktivität einsetzte und das Gebiet
zu einem mehrere Kilometer hohen langgezogenen Bergrücken
aufgewölbt wurde. Auf der Erde bezeichnet man solche die
Kruste in ihrer ganzen Tiefe durchziehenden Grabenbrüche
als "Rift".
Als Alternative zu diesen "tektonischen" Bewegungen
werden Einsturzvorgänge angeführt. Beispielsweise könnte
ein beträchtlicher Anteil von Eis, das möglicherweise
ursprünglich in der Tiefe vorhanden war, geschmolzen sein.
Das Wasser wäre in Richtung der großen Ausflusstäler
abgeflossen, die Oberfläche stürzte in die entstandenen
Hohlräume nach und hätte so dieses Talsystem gebildet.
Was auch immer der Grund für die Entstehung der Valles Marineris
war: Die Wände wurden nach der Absenkung des Geländes
stark erodiert.
Auffallend sind zwei sehr unterschiedliche Geländeformen:
Zum einen stark zerklüftete, schroffe Klippen, und zum anderen
im Inneren der Täler langgestreckte Berge, die "weichere",
gerundete Oberflächen haben. Erstere stellen eine typische
Erosionsform in trockenen Gebirgen dar; auch wenn es als gesichert
gilt, dass auf dem Mars einst Wasser geflossen ist oder sich Gletscher
über die Oberfläche geschoben haben, ist der Mars heute
ein trockener Wüstenplanet. An manchen steilen Talhängen
sind Gesteinsschichten zu erkennen, und man nimmt an, dass einzelne
Schichten aus vulkanischen Gesteinen das flache, von den Valles
Marineris durchschnittene Hochland aufbauen. Wie die gerundeten
Hügel entstanden sind, ist unklar.
Unterhalb der nördlichen Geländekante sind gewaltige
Hangrutsche zu erkennen, in denen sich von den Rändern abgebrochenes
Material bis zu 70 Kilometer weit in die Täler geschoben
hat. Auch im Bildvordergrund sieht man Strukturen, die darauf
schließen lassen, dass hier in früherer Zeit etwas
geflossen ist: Dadurch könnte Material abgelagert worden
sein, das den heute auffallend ebenen Talgrund gestaltet hat.
Die an zerbrochene Eisschollen erinnernde Oberfläche in der
Bildmitte wurde bereits auf den Bildern der amerikanischen Viking-Sonden
in den 1970er-Jahren identifiziert, ihr Ursprung gilt auch heute
noch als rätselhaft.
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